Aktuelles
Aktueller Bericht ab dem 03.01.2025
Heute hatte ich meinen ersten Termin bei meiner behandelnden Onkologin.
Bisher hatte ich nur telefonischen Kontakt mit ihr.
Sie hatte mir die Krankheit MM genau erklärt und auch, wie die Behandlung ablaufen soll. Außerdem informierte sie mich über mögliche
Risiken und Nebenwirkungen dieser Therapie.
Anschließend habe ich die entsprechenden Einverständniserklärungen unterschrieben.
Sie hat mir bereits gesagt, dass wir schon am nächsten Tag mit der Therapie beginnen können.
Im Gespräch erwähnt sie unter anderem, dass die Metastasen eigentlich eher zum Prostatakrebs passen würden
und für das MM eher untypisch seien.
Am nächsten Tag beginnt dann die Behandlung.
Es sollen 4 Zyklen erfolgen.
Ich bekomme jetzt fast wöchentlich montags eine Blutabnahme und dienstags jeweils zwei Spritzen sowie freitags eine Spritze in den
Bauch.
Nebenwirkungen bei mir sind Blutdruckschwankungen, Schwindel, Polyneuropathie in den Beinen und Händen sowie eine Gangstörung,
besonders bei Unebenheiten.
Außerdem habe ich Verstopfung, die ich noch am unangenehmsten finde.
Nachdem die 4 Zyklen abgeschlossen sind, habe ich nun ein paar Tage Ruhe
und werde anschließend an die Universitätsklinik Essen überwiesen.
Aktueller Bericht vom 28.04.2025
Gestern, am 28.04., war ich nun im MVZ Essen zum Vorgespräch (Haus III, Ambulanz, 3. Etage).
Zuerst wurden bei mir der Blutdruck und die Temperatur gemessen.
Dann wurden mehrere Blutproben entnommen.
Anschließend wurde ich zur behandelnden Oberärztin geschickt.
Diese hat mir die Vorgehensweise der Behandlung im Krankenhaus sehr nett und verständlich erklärt.
Die Behandlung soll bei mir wie folgt ablaufen:
Am 07.05.2025 findet die stationäre Aufnahme für 4 Tage statt, nach einem morgendlichen Anruf zwecks genauer Uhrzeit.
(Eventuell auch am 08.05.)
Dann erfolgt eine zweitägige Chemotherapie sowie jeweils eine 24-stündige Blasenspülung,
da die Chemotherapie die Blase angreifen kann.
Danach folgt eine Woche Behandlungspause.
Am 20.05. erfolgt für etwa zwei Tage eine stationäre Aufnahme zur Stammzellensammlung.
Anschließend folgen drei Wochen Behandlungspause.
Danach ist eine etwa dreiwöchige stationäre Aufnahme geplant
für die Hochdosistherapie, Stammzellenrückgabe und Regenerationsphase.
Mit Erstaunen habe ich bei der Diagnose und dem angegebenen Procedere festgestellt,
dass noch einmal zwei Zyklen Chemotherapie stattfinden sollen,
mit anschließender Erhaltungstherapie.
Aktueller Bericht ab dem 07.05.2025
Ich berichte nun, wie es für mich im WTZ Essen ablief.
Ich hatte meinen Termin in Essen.
Kurz vorher bekam ich plötzlich ein dickes Knie mit sehr starken Schmerzen.
Ich konnte kaum gehen und informierte deshalb meine Onkologin in Essen,
da ich Sorge hatte, dass eine bakterielle Entzündung vorliegen könnte.
Sie schrieb mir zurück, ich solle trotzdem kommen, man würde sich das anschauen.
Tag 1
Am 07.05. fuhr ich nach Essen.
Die Aufnahme verlief nach dem üblichen Prozedere.
Ich wurde auf mein Zimmer gebracht und kurz darauf begannen die ersten Maßnahmen.
Es erfolgte eine Blutabnahme mit vielen Röhrchen.
Danach wurde ich in die Notaufnahme gebracht, wo mein Knie untersucht wurde.
Es wurden Röntgenaufnahmen gemacht.
Die vorläufige Diagnose lautete: wahrscheinlich aktivierte Arthrose und Verschleiß.
Tag 2
Mir wurde mitgeteilt, dass keine bakterielle Entzündung vorliegt
und die Therapie begonnen werden kann.
Ich wurde zu weiteren Untersuchungen eine Etage tiefer geschickt:
EKG, Lungenfunktion sowie eine Ultraschalluntersuchung des Herzens.
Die Wartezeit betrug leider etwa 4 Stunden,
was für mich wegen meiner Rücken-, Knie- und Beckenprobleme sehr belastend war.
Zurück auf dem Zimmer wurde etwas später mit der Therapie begonnen.
Tag 3
Der übliche Ablauf im Krankenhaus.
Nachdem die Hochdosis-Chemotherapie beendet war, begann die 24-stündige Blasenspülung.
Davor hatte ich große Angst, da ich aus einer früheren Erfahrung mit einem Patienten
eine sehr unangenehme Vorstellung davon hatte (Katheter, große Beutel etc.).
Als die Pflegeschwester jedoch kam, schloss sie die Spülung über eine Infusionspumpe an meinen Zugang an.
Das war eine große Erleichterung für mich – kein Katheter!
Diese Spülung dient dazu, die Blase zu schützen,
da die Hochdosis-Chemotherapie die Blasenwand angreifen kann.
Tag 4
Wieder der übliche Tagesablauf.
Beim Gang zur Toilette hatte ich starke Schmerzen in den Füßen und Beinen.
Während der Visite sprach ich dies an.
Der Arzt führte sofort einige Untersuchungen durch.
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, wie freundlich und zuvorkommend alle Ärzte und Pflegekräfte waren.
Man hatte nie das Gefühl, lästig zu sein.
Später bekam ich ein flüssiges Schmerzmittel (Pregabalin).
Zusätzlich kam eine Physiotherapeutin, massierte meine Füße und gab mir hilfreiche Tipps,
z. B. Fußübungen und Wechselbäder.
Endlich war die 24-Stunden-Spülung beendet,
und ich hoffte, dass ich bald nach Hause könnte.
Doch kurz darauf wurden neue Beutel angeschlossen –
die Behandlung begann erneut von vorne.
Das war enttäuschend.
Am Nachmittag fragte die Pflegekraft, ob das Pregabalin geholfen habe – leider nicht.
Nach der erneuten Chemotherapie wurde wieder die 24-Stunden-Spülung angeschlossen.
Beim Abendessen hatte ich bereits eine gewisse Abneigung,
aß aber trotzdem etwas.
Tag 4
Morgens ging ich zur Toilette und hatte beim Gehen keine starken Schmerzen mehr – super.
Ich nahm meine Tabletten ein, musste jedoch kurze Zeit später schnell zur Toilette und habe alles erbrochen.
Als das Frühstück kam, musste ich es direkt wieder erbrechen.
Bei der Visite wurde ich nach meinem Befinden und den Schmerzen gefragt.
Ich konnte erfreut mitteilen, dass die Fußschmerzen deutlich besser geworden sind und das Gehen leichter fällt.
Mir wurde dann gesagt, dass ich am Abend zuvor eine Kapsel Gabapentin Aurobindo 300 mg erhalten habe.
Ich berichtete, dass ich alles erbrochen hatte, und bekam sofort eine weitere Tablette.
Es war eine mit drei Buchstaben, ich habe den Namen leider nicht richtig verstanden.
Diese half zunächst, und ich fühlte mich besser.
Etwa eine Stunde später wurde mir jedoch wieder sehr schlecht, und ich bat erneut um Hilfe.
Man fragte mich, welche Tablette ich bekommen hatte, aber ich konnte es nicht sagen.
Daraufhin bekam ich eine Infusion gegen die Übelkeit.
Ich musste jedoch erneut erbrechen, es kam nur noch Gallenflüssigkeit.
Die Infusion half leider nicht.
Später kam ein Arzt und sagte, dass ich nach Hause dürfe, sobald die 24-Stunden-Infusion beendet sei – eine sehr erfreuliche Aussicht.
Ich musste immer häufiger erbrechen, sagte aber nichts, da ich unbedingt nach Hause wollte.
Außerdem wusste ich, dass dies eine übliche Nebenwirkung ist.
In meinem Zimmer lag ein arabischer Patient, der leider kein Deutsch oder eine andere Sprache sprechen konnte.
Er bekam mein Erbrechen mit, was mir sehr leid tat.
Einer der Ärzte konnte sich jedoch auf Arabisch mit ihm verständigen – ein sehr netter und einfühlsamer Arzt.
Nach der Visite kam der Arzt erneut, übergab mir den vorläufigen Entlassungsbericht
und erklärte, dass er mir ein Rezept für Gabapentin Aurobindo 300 mg beigefügt habe.
Ich bedankte mich für seine Hilfe und verabschiedete mich.
Das Erbrechen hielt weiterhin an.
Auch das Mittagessen musste ich sofort wieder erbrechen.
Allein der Gedanke an Essen verschlechterte meinen Zustand.
Als die 24-Stunden-Spülung endlich beendet war, wurde alles entfernt, auch der Zugang am Arm.
Ich begann zu packen, musste jedoch bei jedem Bücken sofort zur Toilette, um zu erbrechen.
Es kam nur noch Galle, und ich war völlig durchgeschwitzt.
Nachdem ich alles gepackt hatte, traf ich noch eine Pflegeschwester, bedankte mich und verabschiedete mich.
Das Pflegepersonal war wirklich hervorragend – immer hilfsbereit und freundlich.
Dann kam mein Taxi aus Wuppertal und holte mich ab.
Beim Verlassen der Klinik sah ich zwei Personen, denen es sehr schlecht ging – da merkt man erst, wie gut es einem im Vergleich noch
geht.
Ich sagte dem Fahrer, dass ich mich wahrscheinlich übergeben müsse.
Er meinte, das sei kein Problem und käme öfter vor.
Er schlug vor, das Fenster zu öffnen, doch ich lehnte ab und nutzte stattdessen meine Brechbeutel.
Diese hatte ich übrigens schon seit Beginn der Therapie in Wuppertal immer dabei, auch beim Einkaufen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich jedoch nie erbrechen müssen.
Kurz vor der Ausfahrt zu meiner Straße musste ich mich erneut übergeben.
Endlich zu Hause angekommen, ging es mir sehr schlecht.
Beim Leeren des Briefkastens fand ich einen Brief aus der Universitätsklinik Essen –
den ersten Arztbericht von den Untersuchungen am 05.05.2025 im WTZ.
Aktueller Bericht ab dem 11.05.2025
11.05.2025
Am Sonntagmorgen musste ich weiterhin erbrechen und hatte Durchfall.
Es kam jedoch keine Gallenflüssigkeit mehr, sondern nur noch das Wasser, das ich getrunken hatte.
Ich hatte weiterhin keinen Appetit und nahm keine Nahrung zu mir.
Ab mittags musste ich nicht mehr erbrechen, hatte aber immer noch keinen Hunger.
12.05.2025
Am Montag kein Erbrechen mehr.
Am Abend aß ich zum ersten Mal wieder eine kleine Portion Milchreis sowie gemischtes Obst aus dem Glas.
Ich hatte großen Appetit auf Obst.
Leider bekam ich anschließend wieder Durchfall.
Am Abend stellte ich fest, dass ich seit dem 10.05.2025 fünf Kilogramm abgenommen hatte.
13.05.2025
Am Morgen erhielt ich einen Anruf aus Essen.
Ich sollte am nächsten Tag um 10:40 Uhr in die Ambulanz (WTZ III, 3. Etage) kommen.
Am Abend aß ich noch eine kleine Portion Reis mit Hähnchengeschnetzeltem süß-sauer.
Der Durchfall hielt weiterhin an, was ich jedoch als weniger belastend empfand als die vorherige Verstopfung durch die MM-Therapie.
14.05.2025
Ich fuhr nach Essen.
In der Ambulanz wurden erneut Blut abgenommen sowie Blutdruck und Temperatur gemessen.
Anschließend wurde ich zur behandelnden Ärztin geschickt.
Diese erklärte mir die Vorgehensweise der Stammzellenmobilisierung und der späteren Entnahme.
Ich erhielt ein Rezept für entsprechende Spritzen, die ich jeweils abends über fünf Tage in eine Bauchfalte spritzen soll.
Als mögliche Nebenwirkung wurden Knochenschmerzen genannt, wogegen ich bei Bedarf Schmerzmittel einnehmen soll.
Die voraussichtliche stationäre Aufnahme zur Stammzellenentnahme ist für den 20.05.2025 geplant,
nach vorherigem Anruf zur genauen Uhrzeit.
15.05.2025
Weiterhin Durchfall, vor allem nach dem Essen – ich musste jedes Mal direkt zur Toilette.
Die Spritze zur Stammzellenmobilisation soll man abends verabreichen.
Das Medikament muss im Kühlschrank aufbewahrt werden und sollte etwa eine halbe Stunde vor der Anwendung herausgenommen
werden.
Ich habe die Spritze zur Stammzellenmobilisation gesetzt – ohne Probleme.
16.05.2025
Weiterhin Durchfall.
Ich habe nur ein Spargelsüppchen gegessen.
Abends wieder die Spritze gesetzt, bisher keine Knochenschmerzen.
17.05.2025
Morgens nur eine Apfelschnecke gegessen.
Abends hatte ich Heißhunger auf Apfelpfannkuchen.
Nach dem Essen trat wieder Durchfall auf.
18.05.2025
Zum ersten Mal kein Durchfall mehr.
Mittlerweile weiß ich auch, wie die Tablette gegen die Übelkeit heißt: MCP.
Meine Nachbarin, ebenfalls Krebspatientin, hat mir den Namen genannt.
Ich berichte weiter, nachdem am 20.05.2025 die Stammzellenentnahme stattgefunden hat.
Aktueller Bericht ab dem 20.05.2025
20.05.2025
Heute Morgen, gegen 9:15 Uhr, kam der Anruf.
„Sie sollten ja heute stationär aufgenommen werden …“
Da wusste ich sofort: verschoben.
Die Mitarbeiterin sagte, dass die Station überfüllt sei und der Termin verschoben werden müsse.
Ich solle jedoch trotzdem so schnell wie möglich nach Essen kommen, zur Blutabnahme und zu einem Gespräch mit der Ärztin.
In Essen wurde wieder eine umfangreiche Blutabnahme durchgeführt, danach ging es zur Ärztin.
Diese bestätigte, dass die Aufnahme aufgrund der Auslastung heute nicht möglich sei.
Ich soll nun am Donnerstag, dem 22.05., nach einem Anruf bezüglich der Aufnahmezeit erneut nach Essen kommen.
Es könnte aber auch Freitag werden – dann müsste alles an einem Tag erfolgen.
Mir wurden erneut die Spritzen Filgrastim (Neupogen 48 Mio. E.) verschrieben.
Diese soll ich am Abend sowie am Mittwoch und Donnerstagmorgen spritzen.
Falls sich der Termin auf Freitag verschiebt, auch dann weiterhin abends.
Außerdem fragte sie mich, ob wir uns für die Halsvene oder die Armvene entschieden hätten.
Ich äußerte den Wunsch nach der Armvene.
Sie sagte: „Wir schauen mal.“
Ein anderer Patient hatte mir zuvor berichtet, dass die Halsvene unangenehm sei und er dabei ein Gefühl von Atemnot hatte.
Ich melde mich wieder, sobald es weitergeht.
22.05.2025
Heute soll es endlich zur Stammzellensammlung nach Essen gehen.
Der Anruf zur Aufnahmezeit kam gegen 9:30 Uhr.
Ich könne meine Sachen in Ruhe packen und kommen.
Da ich bereits alles vorbereitet hatte, rief ich sofort das Taxi.
Dieses war innerhalb von 10 Minuten da.
Beim Anziehen bemerkte ich plötzlich starken Haarausfall – insbesondere im Bartbereich.
Das war am Vortag noch nicht der Fall gewesen.
Da das Taxi schon unterwegs war, konnte ich mich nicht mehr rasieren und zog ein anderes T-Shirt an.
In Essen erfolgte die übliche Aufnahme.
Diesmal kam ich auf die zweite Etage.
Ich wurde in ein Zimmer gelegt, in dem bereits ein etwa 20-jähriger Patient lag.
Er hatte Lymphdrüsenkrebs und bereits eine zweite Chemotherapie hinter sich.
Er konnte kaum sprechen und nichts Festes essen, da seine Mundschleimhäute stark entzündet waren.
Ein Arzt kam ins Zimmer und erwähnte, dass ich seit dem Morgen einen trockenen Husten habe.
Es folgten Blutabnahme sowie Messung von Blutdruck und Temperatur.
Ich berichtete auch vom Haarausfall.
Die Pflege bot mir an, Rasierer oder eine Haarschneidemaschine zur Verfügung zu stellen.
Mittags kam ein Arzt und erklärte, dass heute noch keine Stammzellenentnahme stattfinden könne,
da noch zu wenige Stammzellen vorhanden seien.
Ich sollte lediglich ein EKG durchführen lassen.
Abends erhielt ich erneut eine Spritze zur Stammzellenaktivierung.
23.05.2025
Am Morgen stellte ich fest, dass mein Kopfkissen voller Haare war – nun fielen auch die Kopfhaare aus.
Auf meinen Wunsch brachte mir die Pflege eine Haarschneidemaschine.
Ich schnitt mir die Haare und ging anschließend duschen.
Bei den morgendlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass ich 38 Grad Fieber hatte.
Der Husten hatte sich in der Nacht deutlich verschlechtert.
Mir tat mein Zimmernachbar leid, da er meinen Husten die ganze Zeit ertragen musste.
Aus Rücksicht trug ich Tag und Nacht eine Maske.
Die Ärztin wurde gerufen und nahm erneut Blut ab.
Mit Fieber könne keine Stammzellenentnahme durchgeführt werden.
Später erklärte der Oberarzt bei der Visite, dass ich mindestens bis Montag bleiben müsse,
da eine frühere Entnahme keinen Sinn mache.
Ein Pfleger führte später einen Nasenabstrich durch.
Er kündigte an, dass dies unangenehm werde – und das war es auch.
Der Schmerz war sehr stark, obwohl er sehr vorsichtig war.
Ich erhielt zusätzlich Antibiotika über eine Infusion
und abends wieder eine Spritze zur Stammzellenaktivierung.
24.05.2025
Die übliche morgendliche Routine mit Blutabnahme.
Weiterhin Fieber und trockener Husten, daher weiterhin keine Stammzellenentnahme möglich.
Ich möchte nochmals betonen, wie freundlich und hilfsbereit das gesamte Personal war.
26.05.2025
Wieder die morgendliche Routine – diesmal endlich ohne Fieber.
Mein Zimmernachbar durfte nachmittags nach Hause.
Ich wünsche ihm alles Gute.
Er hatte bereits zwei Chemotherapien hinter sich und muss noch vier weitere durchlaufen.
Er war jedoch sehr zuversichtlich und sagte, dass seine Krebsart gut behandelbar sei.
Ich wurde zum Röntgen der Lunge gebracht.
Am späten Nachmittag kam ein neuer Patient (73 Jahre alt).
Er hatte bereits drei vollständige Therapien hinter sich.
Nun sollte er eine CAR-T-Zelltherapie erhalten.
Sein Blut wurde in die USA geschickt und dort gentechnisch verändert.
Die Ärzte brachten später ein Gerät dafür, mussten es jedoch wieder zurückbringen,
da der Patient Fieber (38,8 °C) hatte.
27.05.2025
Heute Morgen kam die Pflege bereits um 7:30 Uhr mit dem Frühstück
und sagte, ich solle früh essen, da es gleich losgeht.
Da wusste ich: Heute findet die Stammzellapherese statt.
Die Ärztin legte mir im linken Arm eine normale Kanüle und im rechten Arm eine etwas größere.
Ich spürte dabei keinen großen Unterschied.
Dann wurde ich zur Apherese-Abteilung gebracht.
Ich saß etwa vier Stunden auf einem speziell eingestellten Stuhl,
mit ausgestreckten Armen, die ich nicht bewegen durfte.
Die letzte Stunde war sehr anstrengend für mich,
da ich Probleme mit beiden Schultern habe.
Zusätzlich musste ich die ganze Zeit einen kleinen Ball in der Hand kneten.
Nach vier Stunden war es endlich geschafft.
Das Gerät wurde abgeschaltet und ich konnte mich entspannen.
Es wurde auch noch Blutplasma entnommen, was jedoch schnell ging.
Die Mitarbeiterin erklärte mir, dass es selten vorkommt,
dass die Prozedur wiederholt werden muss.
Das Ergebnis der Stammzellzählung sollte etwa 1,5 Stunden dauern.
Ich erhielt jedoch an diesem Tag keine Information mehr
und musste bis zum nächsten Tag warten.
28.05.2025
Bei der morgendlichen Visite kam endlich die erlösende Nachricht:
Die Stammzellzahl lag bei über 6 Millionen.
Ich fragte sofort, ob ich noch am selben Tag nach Hause darf –
und bekam die Erlaubnis.
Für mich war das die wichtigste Nachricht.
Die weitere Planung:
In der kommenden Woche soll in Wuppertal eine Blutuntersuchung erfolgen.
Am 16.06.2025 folgt ein Termin in Essen zur Planung der Hochdosis-Chemotherapie
und der Rückübertragung meiner eigenen Stammzellen.
Bis dahin habe ich keine weitere Therapie,
abgesehen von der regulären Medikation.
Der andere Patient sollte an diesem Tag um 15:05 Uhr
seine CAR-T-Zelltherapie per Infusion erhalten.
Ich bekam noch mit, dass diese Behandlung nicht ohne Risiken ist.
Er erzählte mir außerdem, dass diese Therapie laut Krankenkasse etwa 200.000 € kostet
und er lange um die Kostenübernahme kämpfen musste.
Auch ihm wünsche ich alles Gute.
Er schickte mir einen Tag später noch Bilder – vielen Dank dafür.
Aktueller Bericht ab dem 01.06.2025
Am Sonntag bekam ich plötzlich eine Mittelohrentzündung.
Zum Glück hatte mir das Krankenhaus vorsorglich Antibiotika verschrieben,
die ich mir bereits am Samstag in der Apotheke besorgt hatte.
In der Packungsbeilage stand tatsächlich, dass diese auch gegen Mittelohrentzündungen helfen.
Die Mittelohrentzündung ist seit Donnerstag abgeklungen,
allerdings höre ich auf dem betroffenen Ohr immer noch sehr schlecht.
Außerdem hatte ich seit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus bis gestern, dem 13.06., durchgehend Durchfall,
der nun endlich vorbei ist.
Zusätzlich hatte ich einen viel zu niedrigen Blutdruck – teilweise nur 86/54 –
bei gleichzeitig erhöhtem Puls von etwa 100.
Dadurch bin ich am vergangenen Donnerstag zu Hause schwer gestürzt und kann seitdem kaum gehen.
Normalerweise leide ich eher an Bluthochdruck.
Ich werde das am Montag in der Universitätsklinik Essen ansprechen.
Seitdem mir vor einiger Zeit die Haare ausgefallen sind – bis auf die Augenbrauen –
musste ich mich bisher nicht mehr rasieren.
Die Haare wachsen nun langsam wieder nach, was in gewisser Weise sogar praktisch ist.
Am Montag fahre ich nach Essen und werde dort voraussichtlich auch den Termin
für die Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzellenrückgabe erfahren.
16.06.2025
Ich war heute in Essen und habe mit der Ärztin gesprochen.
Bezüglich meines Blutdrucks erklärte sie, dass ich auch die Entwässerungstabletten absetzen soll,
da diese den Blutdruck zusätzlich senken.
Zur Mittelohrentzündung sagte sie, dass sich noch Flüssigkeit hinter dem Trommelfell befindet.
Es könne etwas dauern, bis diese vollständig verschwunden ist –
danach sollte sich auch mein Hörvermögen wieder normalisieren.
Am 23.06.2025 soll die Hochdosis-Chemotherapie beginnen.
Der Ablauf ist folgender:
Am ersten Tag wird unter örtlicher Betäubung ein zentraler Venenkatheter (ZVK) gelegt.
Am zweiten Tag erfolgt die erste Hochdosis-Chemotherapie,
am dritten Tag die zweite.
Danach folgt ein Tag Pause,
anschließend die autologe Blutstammzelltransplantation (auch „Tag Null“ genannt).
Es dauert in der Regel etwa 10 bis 14 Tage nach der Stammzellrückgabe,
bis die Leukozyten wieder den kritischen Wert von 1.000/µl überschreiten.
Sobald dieser Wert stabil erreicht ist, darf man wieder nach Hause.
Aktueller Bericht ab dem 23.06.2025
Obwohl die Hochdosis-Chemotherapie ursprünglich für den 23.06. geplant war,
wurde ich täglich angerufen und immer wieder auf den nächsten Tag vertröstet.
Am 26.06.2025 habe ich mich schließlich entschieden, diese Therapie in Essen abzubrechen.
Der Grund hierfür war nicht die mehrfache Verschiebung der Termine,
sondern dass Zusagen nicht eingehalten wurden – weder vom Case-Management
noch von der Oberärztin.
Aus diesem Grund werde ich die Therapie in Essen keinesfalls fortsetzen.
Meine behandelnde Onkologin ist derzeit leider bis zum 10.07. im Urlaub.
Am 14.07.2025 habe ich bei ihr einen Termin zum Gespräch.
Danach werde ich weiter berichten.
Aktueller Bericht ab dem 14.07.2025
Wie versprochen melde ich mich heute wieder.
Ich hatte heute Nachmittag ein Gespräch mit meiner behandelnden Onkologin/Hämatologin.
Wir haben alles ausführlich besprochen, und sie sagte,
dass sie versuchen wird, eine Weiterbehandlung in einer anderen Klinik zu organisieren.
Wir vereinbarten, dass sie mich anruft, sobald es Neuigkeiten gibt.
Der Anruf kam bereits, als ich wieder zu Hause war.
Die weitere Behandlung der autologen Stammzelltransplantation
wird nun im St. Josef Krankenhaus in Essen-Werden
(Klinik für Hämatologie & Stammzelltransplantation, Pattbergstraße 1–3) stattfinden.
Am 16.07.2025 habe ich dort ein Vorgespräch.
Ich melde mich danach wieder.
Aktueller Bericht ab dem 16.07.2025
Am 16.07.2025 war ich im St. Josef Krankenhaus Essen-Werden.
In der kommenden Woche werde ich dort für drei Tage stationär aufgenommen,
zur Vorbereitung der autologen Stammzelltransplantation.
Am Entlassungstag werde ich dann den Termin für die eigentliche Transplantation erhalten.
Danach melde ich mich wieder.
Noch ein Wort zur Neuropathie, die mir sehr starke Schmerzen bereitet:
Am schlimmsten sind die Schmerzattacken –
es kann bis zu zwei Stunden dauern, bis ich einschlafen kann.
Eigentlich hatte ich im August einen Termin beim Neurologen,
den ich nun verschieben muss.
Bis dahin hat mir mein Hausarzt Pregabalin verschrieben.
Dieses hilft zwar nicht gegen die Schmerzen selbst,
aber die Attacken sind verschwunden, nachdem ich die Dosis eigenständig erhöht habe.
Meinen Hausarzt habe ich darüber natürlich per E-Mail informiert.
Ich hoffe, dass mir im Krankenhaus eventuell auch bei der Behandlung der Neuropathie weitergeholfen werden kann.
Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf und das Leben geht weiter…
Impressum: Gerd Ziemke • Platz der Republik 1 • 42107 Wuppertal • Telefon 0202 399 21 21 • Email: ziemke@ronny-web.de
Hier in diesen Behälter ist sein behandeltes Blut enthalten! In diesem Gerät wird sein Blut auf die Körpertemperatur gebracht.